Seit vielen Jahren fährt Maik Weßling Skateboard. Als das örtliche Interesse an seinem Lieblingssport nachließ, wollte der Consultant das so nicht hinnehmen. Also packte er sein Board, seinen besten Kumpel und machte sich in das Jugendzentrum "Freiraum" auf: Der "Tag der offenen Rampe" war geboren. In den Sommerferien bringt er Kids das Brett bei, das für ihn die Welt bewegt.

Maik, was war der Anlass für deine Initiative?
Ende der 2000er-Jahre nahm das örtliche Interesse am Skateboarding merklich ab. Nach Rücksprache mit meinem guten Freund Mirco Breitenbach entschieden wir uns, eine entsprechende Initiative für den Nachwuchs zu etablieren. So hatten wir unsere Mission gefunden – die Kids der Generation Z von der Spielkonsole weg auf unser Board zu holen.

Was unternahmt ihr dann?
Wir wollten dort hingehen, wo wir die Kids erreichen. Also nahmen wir Kontakt mit dem Jugendcafé "Freiraum" auf, das wir für unsere Idee begeistern konnten: Kindern und Jugendlichen in den Sommerferien in Workshops das Skateboarding näherzubringen. Wir nannten das "Tag der offenen Rampe": An drei aufeinanderfolgenden Wochenenden in den Sommerferien können Kids zwischen 6 und 12 Jahren Skateboarding näher kennenlernen, trainieren und ausprobieren. Heute findet das Training im Rahmen sogenannter „Ferienspaß-Aktionen“ des Jugendzentrums statt.

Mit welcher Resonanz?
Als wir mit dem Projekt 2010 starteten, war das Interesse verhalten. Unter den Kindern sprach sich unsere Initiative jedoch nach und nach rum. Heute ist jeder Kurs komplett ausgebucht.

Und auch die Medien taten ihr Übriges dazu …
Es gab Artikel in der lokalen Münsteraner Presse. Klar hat uns das geholfen! Wie gesagt: Wir hatten ja eine Mission und die heißt auch heute noch: das Interesse für Randsportarten wecken.

Wie kann man sich so einen Kurs mit euch vorstellen?
Wir variieren unser Programm jedes Jahr. Aber es gibt auch feste Elemente: Erst einmal steigen wir in die Geschichte des Skateboardings ein. Diese veranschaulichen wir an zeitgenössischen Boards der 70er, 80er, 90er und 00er Jahre, die sich allesamt in unserer Privatsammlung befinden. Danach können sich die Teilnehmer frei im Skatepark bewegen. So verschaffen wir uns einen ersten Überblick über die Fähigkeiten jedes Einzelnen. Im Rahmen des weiteren Trainings können wir dann individuell auf die Teilnehmer eingehen. Während wir den einen beibringen, ihr Gleichgewicht auf dem Board zu halten, lernen die anderen vielleicht schon ihren ersten Ollie oder Drop-in.

Kann man den Kids über das Board auch Werte beibringen?
Wir dozieren nicht. Aber klar ist, dass Skateboarding sehr stark Konzentration, Willensstärke und Kontinuität einfordert. Sowas kann einen im Leben nur weiterbringen.

Gibt es Momente, die dich besonders bewegt haben?
Am bewegendsten ist sicherlich, wenn man die Kids auf dem Board wiedersieht. Manchmal schon in der darauffolgenden Woche, manchmal auch erst einige Monate oder Jahre später. Aber wenn der Reiz am Skateboard nicht verloren gegangen ist und man von einem Kind angesprochen wird – "Hey Maik, weißt du noch, das Training, dass du mal veranstaltet hast? Das hat echt Spaß gemacht!" –, dann fühlt sich das toll an. 

Presselinks:
http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Ochtrup/1668016-Workshop-vermittelt-Skateboard-Grundkenntnisse-Tag-der-offenen-Rampe

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Ochtrup/2492984-Ferienspass-Skate-Workshop-mit-Maik-Wesseling-und-Tobias-Broeker-Eine-ansteckende-Leidenschaft