Mit seiner Global Bike Initiative (GBI) hat Michael Hufelschulte eine Lawine losgetreten. Was als Idee am Mittagstisch in der Kantine entstand, hat sich zu einer internationalen Bewegung entwickelt: Mit dem Rad auf Europatour Spenden einzufahren. 2 Millionen Euro für Kinder in der Not kamen so zusammen. 

Michael, was steckt hinter der GBI?
Global Biking Initiativen sind mehrtägige Radtouren, die inzwischen auf der ganzen Welt stattfinden. Gemeinsam mit Kollegen – damals bei Vodafone Deutschland – habe ich sie 2008 gegründet. Die Idee: Radfahren und dabei Gutes tun, nämlich Spenden zu sammeln. Das tun die Fahrer schon im Vorfeld der Tour und ist bis zur Zielankunft möglich.

Die Initiative ist mittlerweile eine riesige Bewegung geworden …
Tatsächlich ist das so. Am Anfang nahmen 63 Kolleginnen und Kollegen unter dem Motto „We cycle for charity“ teil. Inzwischen machen bis zu 23 Nationen bei unseren Radtouren mit. 2009 gründeten wir den Verein und fuhren mit 200 Kollegen von Mailand nach Düsseldorf.

Wie bitte? Klingt ja nach Alpes D´Huez …
Einen gewissen Grad an Fitness sollte man schon mitbringen – aber bis jetzt ist jeder im Ziel angekommen. Aber es macht ja auch Spaß und über so viele Kilometer entsteht auch die eine oder andere Freundschaft.

Welche Aufgaben übernimmst du bei der Initiative.
Ich bin Vorstand und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit.

Und das schaffst du einfach neben deiner Beratungstätigkeit?
Da steht Cassini voll hinter mir. Wenn ich eine Tour vorbereite oder auf Tour bin, krieg ich die Zeit, die ich brauche. Ohne diese Rückendeckung ginge das nicht.

Warum hast du dich persönlich diesem Projekt verschrieben?
Vor rund 30 Jahren habe ich Fahrrad fahren als „meinen“ Sport entdeckt. Dies gemeinsam mit Freunden zu tun und auch noch mit sozialem Engagement zu verbinden, ist für mich eine Lebensaufgabe geworden.

Was war für dich der bewegendste Augenblick?
Bei jeder großen GBI sind das gemeinsame Ankommen mit bis zu 400 Radfahrern und die Abschlusskundgebung mit der Übergabe des Spendenschecks der emotionale Höhepunkt. Weil man dann in vielfacher Hinsicht weiß, was man gemeinsam geschafft hat.

Und was würdest du als deinen größten Erfolg bezeichnen?
Ganz klar die Spendensumme, die Kindern in der Not zugute kommt. Seit Gründung haben wir knapp zwei Millionen Euro eingefahren. Allein letztes Jahr über 500.000 Euro. Da hilft uns auch die Verbindung mit Schirmherren wie Michael Vesper, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin von NRW, oder mit dem RTL Spendenmarathon.

Und von den Spendengeldern kommt alles an?
Bis auf minimale Kosten fast 100%. Das ist allein schon deshalb so, weil alle Mitglieder unseres Vereins ehrenamtlich arbeiten.